Es ist wohl ein zeitloser Konflikt. Die Alten schimpfen auf die Jugend, die Jugend belächelt das Alter. Es soll ja Kulturen geben, die mit der Kluft zwischen den Generationen anders, vielleicht besser, umgehen.
Die Zwei Seiten der Medaille
In der Jugend fühlten sich meine Gedanken noch frisch an. Was wohl im Kern daran lag, das mein Bestand an Buch- und Erfahrungswissen noch überschaubar war.
Dafür wirkte Ockhams Rasiermesser noch automatisch. Die Lösungen schienen mir recht einfach und offenbar.
Im Alter dagegen habe ich viele meiner frischen Gedanken in Bücher wiedergefunden, die bereits lange vor meiner Geburt geschrieben wurden. Auch habe ich die relative Nutzlosigkeit meines Schulwissens für das Leben in Stadt und Land erfahren.

Die Sprache wandelt sich schnell, das Internet hat einen starken Einfluß auf die Menschen. Die Alten kennen aus der Jugend noch andere Umgangsformen und sprachliche Bilder, die sie mit großen Teilen der Gesellschaft teilten.
Mit zwei bis drei TV Sendern mit begrenzter Sendezeit, fanden sich oft Themen, über die am kommenden Tag Viele ins Gespräch kamen.
Heute sind es mehr Informationsblasen und digitale Kontakte, die ich aus Gesprächen im Umkreis heraus höre. Die Jugendsprache enthält immer mehr englische, türkische und andere Worte, deren Inhalt in Sozialen Medien geprägt wird.
Ich bin sehr gespannt, ob es uns nach dem sozialen und strukturellen Wandel, der mit großen Schritten auf uns zukommt, gelingt aus der Vereinzelung der Moderne wieder zu einem gemeinsamen gesellschaftlichen Konsens zu finden.
Dazu muß nicht nur die Kluft zwischen den Generationen überwunden werden, doch wäre es ein feiner Anfang.

