Rauchen ist nicht gesund, das gilt für alle seine Formen. Rauchen schafft ein Müllproblem, sowohl Kippenreste als auch weggeworfene E-Rauchwerkzeuge. Rauchen ist ein großer Kostenfaktor im Gesundheitssystem. Das möchte ich an den Anfang stellen. Das Rauchen ist nicht zu empfehlen!

Rückblickend kann ich nicht umhin dem Rauch und seinen Ritualen jedoch auch einige positive Aspekte abzugewinnen. Daraus will ich keine Rechtfertigung für das Rauchen entwickeln.
Rauchen ist eine Sucht die alle Klassen der Gesellschaft erfasst hat. In meiner Jugend war die Werbung für Zigaretten omnipräsent. Auf Werbetafeln und Litfaßsäulen verkündeten sie Abenteuer und Freiheit. Oft wurde der Rauchgenuß im Freundeskreis herrlich dargestellt.
Mein Vater kann als Kettenraucher gelten. Auf Autofahrten zu Ausflügen und Urlauben, konnten wir als Kinder schon das ganze Abenteuer hautnah riechen.
In der Hauptschule gab es eine Raucherecke. Hier trafen sich die oberen Stufen zum Rauchritual. Dabei wurden Netzwerke über die Klassen hinaus geknüpft und Klatsch und Tratsch getauscht.
Diese Raucherecken habe ich in den Jahren überall angetroffen.
Bei Veranstaltungen ziehen sich RaucherInnen regelmäßig zu informellen Besprechungen zurück.
Eine klassenübergreifende Tradition, die Menschen ins Gespräch bringt.
Ob die Soziologie sich schon mit der Bedeutung von informellen Situationen für die Gesellschaft beschäftigt hat?
Der Bürgerwille braucht Räume in denen sich Menschen mit unterschiedlichem sozialem Hintergrund austauschen können. Die gemeinsamen Bedürfnisse von Menschen können da wichtige Konnektoren sein.
Neben der Kneipe wurde auch die Raucherecke zu einem aussterbenden Angebot.
Ohne geeigneten Ersatz kommt der gesellschaftliche Dialog zum Erliegen.

