Lokalisation

Der Ort, von dem aus man in die Welt kommt, prägt sich einem ein. Die Sprache, der Geruch, die Menschen und ihre Kultur streifen sich einem über. Andere Menschen erkennen sehr schnell, welcher Ort einem den Stempel aufgedrückt hat.

Ein Blick hinauf zu den Domspitzen. Fotografiert nahe dem Haupteingang.
Foto mit SANYO DIGITAL CAMERA geschossen.

Für viele KölnerInnen ist der DOM die Mitte der Stadt. Das überragende Merkmal der Domstadt.

Ich möchte behaupten, daß die Menschen in Köln nicht sonderlich katholisch sind. Im Gegenteil scheint die Begeisterung für die Kirche und ihre Feste von Jahr zu Jahr geringer zu werden.
Der Hirte der Kölner Katholiken kann leicht als schlechtes Beispiel für die patriarchalische Unart des Christentum erkannt werden.

Während der Alkoholiker zum Ideal Kölscher Fröhlichkeit erhoben wurde, drängen inzwischen auch Heroin und Crack ins Stadtzentrum.

Köln bietet viele Beispiele dafür, was in einer Großstadt schief laufen kann. Heute ist es ein multikultureller Müllhaufen, den man sich vielleicht schönsaufen muß, damit man es hier ein Leben lang aushält.

Nun stehen wieder Wahlen an. Neue Machtverhältnisse im Rat und einen neuen Bürgermeister haben die KölnerInnen zu wählen. Nachdem ich nun 60 Jahre hier lebe, habe ich jedoch jede Hoffnung aufgegeben, daß Politik und Verwaltung Köln zu einer lebenswerten Großstadt machen. Es fehlt an Konzept und vor allem an Utopie. Und gegen die Verwaltung kommt sowieso niemand an.
Leere Versprechungen und Versagen bei allen Aufgaben, so würde ich die Kölner Leitung beschreiben.

Die ersten zwanzig Jahre meines Lebens habe ich in Nippes verbracht. Eine Zeitlang, gerade als Kind und Jugendlicher, war Nippes mein Nabel der Welt, meine Heimat.
Dann hat mich das Leben in andere Stadtteile geführt. Erst Ehrenfeld, dann Merheim und jetzt Deutz.
Das Nippes heute, hat kaum noch Gemeinsamkeiten mit meinem Nippes. Die Zeit hat meine „Heimat“ einfach untergepflügt.
So bin ich heute als Kölner in Köln entwurzelt und mehr ein Fremder, als ein Einheimischer.

Dieser kurze Einblick soll als Orientierung dienen. Meine Herkunft prägt mein Weltbild und die Form in der ich erscheine.
Und vielleicht kann der Hintergrund erklären, wie sich meine Ansichten entwickelt haben.