Schicksal eines Drahtesels

Liebe Radfahrer und verehrte Fußgängerinnen,

nicht nur wir Menschen haben an unserem Schicksal zu tragen, auch an einem unserer treuesten Verbündeten nagt der Zahn der Zeit. Da ich in diesem Phall sehr sicher bin, daß es sich nicht um eine neumodische Wegfahrsperre handelt, erzählt dieses Foto aus -Ehrenfeld vom Schicksal eines ausgestoßenen Drahtesels. Mich hat diese bedauernswerte Konstruktion tief gerührt und ich habe mir vorgenommen in diesem Monat besonders auf jene tapferen und stillen Geräte zu achten, die so aktiv für unsere Gesundheit und unsere Umwelt im Einsatz sind.

Rad am Zaun in Ehrenfeld

Das rührt das Herz! Wer kann da schon eine Träne zurückhalten? Wie mögen die letzten Tage gewesen sein, bevor der Rahmen dem Vergessen anheim fiel? Ein trauriges Schicksal und so sinnlos.

Die Hoffnung zerrieselte allmählich, dass man ihn wieder freiließe und er wieder Straßen und Gassen der Stadt umkurven, andere Ecken sehen konnte. Denn niemand holte ihn ab. Rost zerfraß ihn. Niemanden kümmerte es. Auch er war abgestumpft, merkte es kaum mehr.“ – Am Laternenpfahl, ein Schicksal aus Absurdistan.