Ein Spaziergang tut gut.
Gerade, wenn man wieder von Decke und Wänden erdrückt wird. Der Mensch ist wohl nicht für ein Leben in der Schachtel geschaffen. Ab und an muß man vor die Türe und dabei stehen nicht die Einkäufe des Tages auf dem Programm. Also ein Spaziergang, der mehr von ungeplantem Herumlaufen geprägt ist.
Mein Weg soll von Deutz nach Nippes führen und drei Stunden dauern, so der einzige Plan.
Es ist nicht kalt. In der Luft wird schnell die Nase frei, ah. Der Himmel ist tatsächlich blau und zwischen den Häusern kann ich Sonnenstrahlen erhaschen. Bereits nach zehn Minuten habe ich das gute Gefühl die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Der Dom steht noch, die meisten Menschen haben ihre Handschuhe zuhause gelassen.
Mein Weg führt mich am Stadtmuseum vorbei. Helme aus dem Mittelalter, da war das die Stadtwache, die sowas kleidete. Im vierten Fenster springt mich ein Buch an. Irgendwas stimmt mit dem Ding nicht. Ich stutze. Was macht das überhaupt hier draussen? So ein Buch gehört doch nicht unter den freien Himmel. Die Umweltbedingungen außerhalb eines Bücherregals scheinen mir für ein Buch eine sehr feindliche Umgebung. Papier verträgt sich nach meinen Erfahrungen nur in den allerseltensten Fällen mit Wind und Wetter.
Auf dem Buch ist gut sichtbar ein Aufkleber angebracht. Achtung!! Buch auf Wanderschaft. Jetzt ist meine Neugier geweckt.
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