Presse und Freiheit

Roy Takeno reading paper in front of office (LOC)

Roy Takeno reading paper in front of office (LOC)

Die Pressefreiheit oder Freiheit von der Presse

Der Tag der Pressefreiheit am 3. Mai wurde 1993 zum ersten Mal ausgerufen.
Es war noch nie einfach Teil einer freien, unabhängigen und starken Presse zu sein. Viele Journalisten und Reporten haben das Grundrecht auf Pressefreiheit bereits mit dem Leben oder der Gesundheit bezahlt. Wunderlich eigentlich, das wir erst seit gut 20 Jahren einen eigenen Denktag dafür haben.

Nun die Welt ist globalisiert. Echte weltweite Gedenktage erreichen die Welt erst, seit es das Internet als dauerhafte Verbindung zwischen den Menschen gibt.

Was ist Presse?

Als ich mein Leben vor mehr als 40 Jahren in Köln Nippes begann, da war die Zeitung noch das wichtigste Informationsmedium der Presse und dazu gab es Hörfunk und Fernsehen mit 4 Sendern.
Die Presse war in großen Teilen öffentlich-rechtlich organisiert und kontrolliert.

Eine Zeit lang war ich davon überzeugt, dass sich kritischer Journalismus, wie ich ihn aus dem Spiegel kannte, zu einer vierten demokratischen Säule unserer Gesellschaft entwickeln würde und wir im Zug unserer Aufklärung und mit wachsendem internationalem Verständnis, eine gerechte Weltregierung aufbauen könnten.

Heute sei die freie Presse aus dem Leben eines jeden Landes, das sich als demokratisch bezeichnet, nicht mehr wegzudenken, dessen ist sich Pawel Gutiontow, Sekretär des Journalistenverbandes Russlands, sicher:
„Ich bin absolut davon überzeugt, dass sich kein moderner demokratischer Staat im 21. Jahrhundert ohne freie, unabhängige, starke und von der Bevölkerung geachtete Presse unmöglich aufbauen lässt. Man hat die Presse in den letzten Jahren sehr lange zu Grabe getragen und gesagt, dass sie nicht nötig sei, dass Internet, PR und die Informierung der Gesellschaft unmittelbar durch die Macht sie wandeln würden. Nichts Ähnliches ist eingetreten.“
Weiterlesen:  http://german.ruvr.ru/2014_05_03/Tag-der-Pressefreiheit-ist-20-Jahre-alt-7498/

Presse, das ist der Kampf um Informationen und Nachrichten. Mit der Erfindung der Druckmaschinen und der Verbreitung von Lesen und Schreiben wurde die Presse geboren. Auf der einen Seite die treue Propagande und auf der anderen Seite die kritische Analyse und Meinungsbildung. Erst durch die Presse ist eine moderne Demokratie möglich.

Die Bedeutung von Presse in meinem Leben

Ein sehr idealistisches Bild von der Presse. In meinem Leben ist es eher eine traurige Geschichte. Ich habe den Kontakt zur Presse verloren.
Vor rund zehn Jahren saß ich auf Gomera und hatte alle Zeit der Welt. Ich las die großen Zeitschriften aus Deutschland drei Wochen gründlich und mit Fleiß. Dann ergriff mich eine tiefe depressive Stimmung. Nach einigen Ausgaben von Spiegel, FAZ, TAZ und Co. war ich davon überzeugt auf dem schlimmsten nur möglichen Platz geboren zu sein. In meinem Kopf wimmelte es vor Katastrophen, Krisen, Kriegen und von der Ausbeutung durch das Großkapital. Die Welt der Menschen war ein korrupter, krimineller und extrem unfreundlicher Ort.

Selbst hier auf Gomera gab es gleich einige Beispiele für die Verschwendung öffentlicher Mittel und für den latenten Wahnsinn europäischer Bürokratie.

Zum Schutz meiner geistigen Gesundheit habe ich seit dem auf das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften weitestgehend verzichtet. Zuviel billiges Haschen nach Aufmerksamkeit, zu viel Krisen, Blut und Gewalt. Gleich so, als lauere der Weltuntergang hinter der nächsten Ecke.

Fernsehn und Radio habe ich vor gut acht Jahren auch aus meinem Lebensraum entfernt. Das Radio machte nur noch Lalala, um die Hits der Musikindustrie zu verkaufen und das Fernsehen … da bleibt mir einfach der Mund trocken. Wenn das die Presse ist, deren Freiheit wir erkämpfen, dann bin ich nur froh, dass sie nicht die 4. Kraft im Staat geworden ist.

Unser Bild von Presse wird sich ändern

Es gibt sicher auch aufrechte und kritische Journalisten, die meisten jedoch haben sich dem Marketing ergeben. Konsumgesellschaft, statt Informationsgesellschaft.

Heute gibt es eine Flut an Information. Blogs, Newsstreams, Podcast, Foren, Social Media und viele, viele Webseiten haben uns einen Ozean an Nachrichten, Meinungen und Fakten ins Arbeitszimmer gespült. Das Internet hat unseren Umgang mit Nachrichten verändert und wir können uns nun jederzeit und an jedem Ort in den Nachrichtenstrom einklinken und Teil von Ursache und Wirkung werden.

Die Journalisten haben ihre Chance verspielt. Die Postmoderne wird sich eine Presse neu erfinden müssen.

 

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