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Deutsche Hoffnungen. – Vergessen wir doch nicht, dass die Völkernamen gewöhnlich Schimpfnamen sind. Die Tartaren sind zum Beispiel ihrem Namen nach „die Hunde“: so wurden sie von den Chinesen getauft. Die „Deutschen“: das bedeutet ursprünglich „die Heiden“: so nannten die Gothen nach ihrer Bekehrung die grosse Masse ihrer ungetauften Stammverwandten, nach Anleitung ihrer Uebersetzung der Septuaginta, in der die Heiden mit dem Worte bezeichnet werden, welches im Griechischen „die Völker“ bedeutet: man sehe Ulfilas. – Es wäre immer noch möglich, dass die Deutschen aus ihrem alten Schimpfnamen sich nachträglich einen Ehrennamen machten, indem sie das erste unchristliche Volk Europa’s würden: wozu in hohem Masse angelegt zu sein Schopenhauer ihnen zur Ehre anrechnete. So käme das Werk Luther’s zur Vollendung, der sie gelehrt hat, unrömisch zu sein und zu sprechen: „hier stehe ich! Ich kann nicht anders!“- Friedrich Wilhelm Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft
Kann es denn sein, dass Christentum ist nur ein modischer Anstrich, unter dem der Deutsche sein eigenes Wesen pflegt?
Das Christentum bröckelt in Deutschland. Viele Kirchen werden schon nicht mehr geheizt, weil es keinen Priester mehr gibt, der darin das Wort verkünden will. Dem entspricht, dass auch immer weniger Menschen die Botschaft aus der anachronistischen Schriftwelt der Schaf- und Ziegenzüchter hören möchten. Man fragt sich zurecht, wie weit Lebensweisheit in der Postmoderne führt, die Ahnen in Lehmhütten im Licht eines Öllichtes erdacht haben?
Statt Europa um einen nutzlosen Anführer zu bereichern, befreien die Deutschen es von einem Irrtum! Das wäre für mich ein guter Grund für einen Feiertag, der Sieg der Aufklärung.