Mach doch mal eine Maßnahme (caput 3)

MassnahmeWie man kommt gegangen, so wird man auch empfangen. Auf der Suche nach dem Arbeitsplatz stellt die Bewerbung die erste Hürde dar, daher befassen wir uns in den ersten beiden Wochen der einmal mit der schriftlichen Bewerbung und einigen Überlegungen zum gelungenen Vorstellungsgespräch.

Neben der Zusammenfassung der ersten Wochen der Maßnahme „Zukunftscheck“ will ich die Gelegenheit nutzen und auch auf die Weiterbildungsmesse der IHK Köln an diesem Wochenende hinweisen. Es gibt inhaltliche Überschneidungen und der Besuch der war auch eine Empfehlung, die ich in der Maßnahme erhielt. Wer Fort- und Weiterbildung auf seinem persönlichen Entwicklungszettel notiert hat, kann dort vielleicht Anregungen finden und sich gleich mit einem der Anbieter von Bildungsangeboten in Verbindung setzen.
Ich habe mir einen Besuch bei der IHK für Samstag fest vorgenommen, vielleicht laufen wir uns ja über den Weg. Gegen so ein direktes Gespräch ist nichts einzuwenden und wir können die Angebote und Informationen gleich kritisch diskutieren.

Der Besuch der Kölner Weiterbildungsmesse ist daher ein absolutes Muss für all diejenigen, die ihren beruflichen Weg nicht dem Zufall überlassen wollen. Was kann ich mit meiner im Inland oder Ausland erworbenen Ausbildung anfangen? Welche Weiterbildungs- Maßnahmen eröffnen mir welche Möglichkeiten? Welche Berufe sind gefragt und was kann ich tun, um mich zu qualifizieren? Aufstiegsfortbildung oder Studium Bachelor oder Master, ganztags oder berufsbegleitend? Welche Fördermaßnahmen greifen im einen oder anderen Fall?
Viele Fragen, auf die Veranstalter und etwa 60 ausstellende Bildungsträger Antworten haben. Sie präsentieren das große Spektrum an Weiterbildungsthemen und –formen für alle Branchen. In den Messeräumen und auf dem MesseCampus lässt sich ausloten, welche Qualifizierungs- Maßnahme aufgrund des persönlichen Bildungsprofils, Ambitionen und der allgemeinen Arbeitsmarktlage die geeignete ist. – Kölner Bildungsserver.

Weiterbildung KölnWeiterbildung ist für die Teilnehmer in meiner Gruppe auf jeden Fall ein Thema. Seit der Ausbildung sind bereits einige Jahre ins Land gegangen und für manchen ist der alte Beruf auch nicht mehr das verlockende Ziel. Gerade in den vergangenen zehn Jahren haben sich viele Berufsbilder sehr gründlich verändert.

Zurück in die Maßnahme. Der Lebenslauf und das Anschreiben sind ja so wichtig, macht uns Frau K. unsere Dozentin, bewusst. In der Gruppe haben schon einige Erfahrungen mit diversen Bewerbungstrainings gesammelt und schnell stehen mehrere Konzepte konkurrierend im Raum. Einigkeit herrscht schnell über die aktuelle Chronologie im Lebenslauf. Die Darstellung des Lebens kann durchaus variieren, je nach dem, welche Vorauswahl man für den potentiellen Arbeitgeber trifft. Das Leben in seiner ganzen Fülle läßt sich nicht im Lebenslauf abbilden und ist sicher auch nicht für den Personalbeauftragten von Interesse.

Das letzte Modell nach dem ich meinen Lebenslauf orientiert habe, war noch eine Empfehlung aus der JobBörse Ehrenfeld. Einen europäischen Lebenslauf, wie er auf Europass auch online erstellt werden kann. Der kommt jedoch im Training aktuell nicht vor. Inzwischen bin ich auch etwas skeptisch gegenüber den Kursinhalten. Nicht, dasz es nicht ein bedeutsames Thema ist, doch zweifele ich am Motiv. Die Fortbildung steht ja nur im Rahmenprogramm, Hauptaufgabe ist das sammeln von Informationen und Beobachtungen über die Teilnehmer am Zukunftscheck.

Sicher könnte man sich stumm auf dem Stuhl verhalten und mit stoischer Mine die Kooperation verweigern, die ganze Welt schlecht finden, den Fallmanager der verfluchen oder einfach still verzweifeln.
So sind aber die wenigsten Menschen gestrickt. Nach ein paar Minuten im Schulraum  drängt es einen etwas gegen die Langeweile zu unternehmen, zudem die Fachkräfte sicher auch ohne aktive Beteiligung der Teilnehmer zu einem Gutachten gelangen werden.
Man kann nicht nicht Kommunizieren.“, schreibt die engagierte Dozentin an die Tafel, ein Zitat nach Paul Watzlawick, erfahren wir.  -  ‘Widerstand ist zwecklos‘, fallen mir die Borg aus Star Trek ein.

Einen wunderbaren neuen Lebenslauf habe ich jetzt auf einem USB-Datenstick. Der Stick war ein Begrüßungsgeschenk für die Arbeit an den Computern der Maßnahme. Der Lebenslauf ist mit Unterstützung der Dozentin neu angefertigt und von der pädagogischen Gruppenleitung kontrolliert. Neben dem aktuellen Bewerbungsfoto macht sich der Lebenslauf recht ordentlich und ich fühle mich gleich viel besser vorbereitet auf den Bewerbungsmarathon, der mir bevorsteht.
Ein wenig seltsam ist es, dass alle Anwesenden die meisten Anstellungen in ihrem Leben durch direkte Ansprache in den Unternehmen erhielten. Erfolgreiche schriftliche Bewerbungen waren lediglich die, mit denen man sich auf eine Lehrstelle nach der Schule beworben hatte. Aber die Erfahrungen von fünf bis sieben Teilnehmern sind wohl alles, nur nicht repräsentativ.

Für einen Teilnehmer ist es besonders hart in diesen zwei Wochen. Er spricht und versteht kaum ein deutsches Wort, schon garnicht, wenn das Gespräch schnell geführt wird. Das Motiv seines Fallmanagers ihn in diese Maßnahme zu vermitteln ist mehr als fragwürdig. Einen Sprachkurs und Kontaktadressen zu Gruppen, die Sprache in der Praxis üben, wären vielleicht treffendere Angebote gewesen.

Falls Du auch schon eine Maßnahme miterlebt hast, würde ich mich über einen Kommentar mit Deinen Erfahrungen freuen. Ich bereite meinen Besuch der Weiterbildungsmesse vor und notiere noch ein paar Stichpunkte für den nächsten Artikel über die Maßnahme. In diesem Sinn …

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8 Gedanken zu “Mach doch mal eine Maßnahme (caput 3)

  1. Als Mit-Teilnehmer (jedenfalls, wenn ich gerade keine krankheitsbedingten Ausfälle hatte), hab ich dem so gar nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht dem Sinn in der ganzen Sache.

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  2. Ja. Der große Sinn und Zweck der Sache ist wohl eher minimal bis zwecklos. Aber ich bin ziemlich sicher, dass es für RBZ und ArGe einige Kennzahlen gibt, mit denen man das Ganze als Erfolg und gelungenes Angebot verkaufen kann, sonst wäre es sicher bereits aus der Finanzierung geflogen.
    Ob wir in der Position sind, uns den Überblick zu verschaffen, bezweifele ich sowieso.
    Mal sehen ob mir noch ein abschließender Teil in den Sinn kommt, wenn ich das Gutachten bekomme.

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  3. Shit, da muss ich auch noch hin, bin z.Z. mal zur Abwechslung krank. Hoffe, das sieht nächste Woche besser aus! ;)

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  4. Gute Besserung.
    Es ist noch nicht vorbei. Doch ist es jetzt absehbar. Und die Spannung steigt: was wird das Gutachten bewegen?

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  5. Der Sinn einer „Maßnahme“? Eher wohl ein frommer Wunsch aller Beteiligten, einen soz.vers.pfl. Job für den Teilnehmer zu organisieren, in dem er möglichst mindestens 6 Monate bleibt. Mittlerweile wird mit dem Argument gepokert „…nimm doch den Job, dann bist du aus der Maßnahme draußen und die ARGE kann dir gar nichts mehr…“ – kein Witz, habe ich selbst erlebt. Traurig, traurig… :-(

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  6. Hallo Kopflast,
    wie ist das Gutachten denn ausgefallen?
    Wie waren die Dozenten?
    Hat es Sinn da aufzulaufen?
    oder ist es besser Krank zu werden?
    ich habe noch bis Feb. Zeit.
    Danke

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  7. Hallo Krause,
    das Gutachten ist nützlich, wenn man denn auf eine psychologische Betrachtung der eigenen Person aus ist. Mir hat es konkret nicht so viel gebracht, das Gutachten. Die Massnahme war jedoch nicht schlecht. Mal wieder auf andere Menschen in gleicher Lebenssituation zu treffen war ein erfreuliches Erlebnis. Man sollte sich eigentlich öfter treffen und austauschen.
    Die Massnahme durch Krankheit oder ähnliches zu umgehen scheint mir keine gute Lösung. Das schafft am Ende nur unnötige Scherereien mit den Sachbearbeitern bei der Arge.

    Ganz wichtig scheint mir die innere Einstellung. Wenn Du eh hingehst und keinen Lust hast oder Dich lieber verweigern möchtest, dann wird es Dir ganz bestimmt nichts bringen. Wenn man über die verschiedenen Themen auch streiten kann, so kannst Du dort auf jeden Fall Menschen finden, die sich für Dich und deine Lebenssituation interessieren… das ist auch schon mal ein gutes Gefühl.

    Dir alles Gute für die Massnahme.

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