Mach doch mal eine Maßnahme (caput 1)

Weg in die massnahmeWenn man nicht mehr weiter weiß, dann führt der Weg zuerst einmal in eine Maßnahme. Das ist ein ausgegliedertes Angebot der ArGe an den arbeitslosen Kunden.
So würde ich es kurz zusammen fassen. Im Lauf der letzten Jahre hatte ich das Vergnügen an 5 Maßnahmen teilzuhaben, ich kann also mit einiger Erfahrung über die Dinge schreiben. Durch Gespräche mit den Akteuren in und um diese Maßnahmen konnte ich meine Perspektive noch ausbauen.

Im Kreis der Menschen, die man regelmäßig außerhalb des virtuellen Netzwerks trifft, erzählte ich dann schon mal Anekdoten aus der Maßnahme, mal lustig, mal makaber, so wie andere schon mal etwas von der Arbeit erzählen.  Oft genug meinten die Zuhörenden dann, dass es das Thema auch wert sei, in einem Text berichtet zu werden.  So ermutigt will ich es dann einmal versuchen. Es bleibt wohl nicht aus, dass ich im Lauf meiner Berichterstattung auch einmal die eine oder die andere Organisation benennen möchte. So wird es dann ja auch konkret und fassbar. Wo ich kann, füge ich die entsprechenden Verweise ins weite Internetz hinzu.

Eine Auseinandersetzung mit , Arbeitslosigkeit, Armut in Deutschland und der Rolle von ArGen & Co. im Spiel ist keineswegs eine rein rationale. Zu intensiv sind die Gefühle der beteiligten Menschen und zu bedeutsam sind die Werte, die in einer solchen Auseinandersetzung berührt werden.
Sicher provoziert eine schriftliche Erörterung des Themas auch einige kontroverse Kommentare. Dazu möchte ich gleich darlegen, dass ich im Folgenden auf meine persönliche Wahrnehmung angewiesen bin und ich nicht mehr formuliere, als meine eigene Meinung und Ansicht. Dies mag nicht in allen Dingen vollständig, umfassend oder gar objektiv sein, ich freue mich auf jede Erweiterung, Ergänzung und konstruktive Kritik.

Die jüngst beendete hat ihren besonderen Charme. Sie war auf vier Wochen befristet und es war kein 1,€-Job. Trotz der Kürze der Zeit, fand sich alles, was eine gelungene für Hartzer enthalten muss, damit wird die zum sozialen Ereignis.

Wir stehen an der Schwelle zur Unterwelt und die freundliche Schar der Arbeitsgemeinschaften weisen uns mahnend der Weg zurück in die bürgerliche Arbeitswelt. Wie jeder von uns in diese Situation geraten ist, das sind schon sehr menschliche Geschichten, doch an dieser Stelle von geringer Bedeutung. In den Räumen der schmieden Fallmanager, Sachbearbeiter und Kunden das Schicksal neu. Zentrales Instrument ist die Eingliederungsvereinbarung.

Wie das Zitat von Krizzi vielleicht belegt, ist nicht jeder mit dem Gefühl von hoffnungsfroher Freiwilligkeit in den Prozeß eingetreten.

Was macht man, wenn man den ganzen Tag in nem Kurs sitzt, in dem man eigentlich gar nicht sein will. Vor einem PC, vor dem man eigentlich gar nicht sitzen will. An einem Ort, zu dem man gar nicht hin will. – Rettung durch Onlinespiele

Bei der Eingleiderungsvereinbarung(EinV) kann offensichtlich schon viel schiefgehen. Einige Teilnehmer dürften auch ihre Probleme mit dem sprachlichen Verständnis gehabt haben. Für meinen Teil kann ich feststellen freiwillig zur Maßnahme gekommen zu sein. Ich meine sogar zum großen Teil verstanden zu haben, was auf mich zukommt. Die Erwartungen an die Maßnahme und die Rahmenbedingungen wirken sich spürbar und deutlich auf die 4 Wochen Maßnahme aus.

Ich fühle mich nicht im Kampf mit dem zuständigen Fallmanager. Der Umgang mit dieser Stelle der ArGe ist respektvoll und freundlich. Ich habe nicht die Erwartung, von diesem Mann wieder in den Arbeitsmarkt integriert zu werden. Im Inneren fühle ich mich lange nicht so desintegriert und ausgegliedert, wie es die Vereinbarungen vermuten lassen, die ich regelmäßig unterschreibe. Was reichlich zusammenkommt ist Papier und das darf man von einer bürokratischen Verwaltung nun auch erwarten.
Das Video im Beitrag stellt eine Sicht auf das Problem dar, die für mich zu sehr auf Kampf ausgerichtet ist. Es riecht nach der üblen Weltregierung und ihrer Strategie zur Weltherrschaft. Mal von allen Gesetzen abgesehen ist auch der Fallmanager am Ende einer meiner Mitbürger und die Situation ist seiner ebenso unwürdig wie meiner.

Bedenke, am anderen Ende sitzt auch ein Mensch.“ – Das ist schon seit Jahrzehnten ein nützliches Motto im Internetz. Es kann sich in dieser Situation sicher bewähren.
Herr B., Dozent in der Maßnahme, bringt es auf den Punkt: „Wenn ihr Fallmanager nicht mehr weiß, was er mit Ihnen Anfangen kann, dann schickt er sie hier her.“ In der Absicht herauszufinden, wie mir noch zu helfen ist.

So beginne ich die Maßnahme Zukunftscheck mit einigen positiven Erwartungen und beende meinen ersten Artikel in der Reihe.

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2 Gedanken zu “Mach doch mal eine Maßnahme (caput 1)

  1. Da habe ich doch einen Link hintergehängt, welcher dich gleich zur Quelle des Zitats führen sollte. Also, wenn es klappt. Bei diesem cybermagischen Zeug weiß man ja nie.

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