Netcop #02 – Kommentarrichtlinien

Werter Ordnungsfreund,

Netcopin vielen Blogs finden sich inzwischen Richtlinien für die Benutzung der Kommentarfunktionen. Damit geben die jeweiligen Blogger ein Zeichen für vernünftige, menschliche Umgangsformen im digitalen Schriftverkehr und sie erläutern kurz die Bedingungen, zu denen sie bereits sind, Diskussion zuzulassen.

Die Kommentarfunktion soll nicht für Spam mißbraucht werden. Wer nichts weiter mitzuteilen hat, als einen oder mehrere Links auf kommerzielle oder dubiose Webseiten, landet im Spam – fast überall. Solche Verweise leisten für die Diskussion nichts. In diesem Punkt herrscht in den Kommentarrichtlinien gemeinsames Interesse.
Doch auch in einem anderen Punkt sind sich die Richtlinien recht einig: Beleidigungen, sexuelle Anspielungen und sexistische oder rassistische Äußerungen sind untersagt.

Hier einmal exemplarisch die zentralen Punkte einer Richtlinie für Kommentare (Quelle: Blog.Daimler.de)

  • Der Missbrauch als Werbefläche für Webseiten oder Dienste
  • Das maschinelle Hinterlassen von Kommentaren
  • Das kommerzielle oder private Anbieten von Waren oder Dienstleistungen
  • Rassismus und Hasspropaganda
  • Aufforderungen zu Gewalt gegen Personen, Institutionen oder Unternehmen
  • Pornografie
  • Beleidigungen und Entwürdigungen von Personen in jeglicher Form
  • Verletzungen von Rechten Dritter, auch und insbesondere von Urheberrechten
  • Aufruf zu Demonstrationen und Kundgebungen jeglicher politischer Richtung
  • Kommentare, die nicht in deutscher oder englischer Sprache verfasst sind
  • Kommentare, die sich nicht auf den kommentierten Beitrag beziehen

Ein paar Beispiele für Kommentarrichtlinien in bekannten Blogs:  SWR-Klimagipfel, Blog-Daimler.de, Blog-Tagesshau, ,Blog Meeting-Metro und klartext!

Der ist ein bedeutender Teil der Bloggerei. Er kann den Autor motivieren und eine stattliche Anzahl Kommentare machen einen Beitrag auch für andere Besucher attraktiver. Kommentare machen jedoch auch Arbeit. Bei größeren Projekten wird alleine für diese Funktion eine erhebliche Menge an Geld und Personal bereitgestellt, um unerwünschte Beiträge aus der Kommentarliste fern zu halten.

Mit entsprechenden Hinweisen und Richtlinien, kann man sich zumindest von der Diskussion entlasten, warum es der eine oder andere Beitrag nicht durch die Moderation geschafft hat. Richtlinien dürften wohl auf manchen abschreckend wirken, jedoch setzt man so auf deutsche Weise ein Zeichen, daß einem Kommentare nicht gleichgültig sind.
Der Besucher hat keinen Anspruch auf Veröffentlichung seiner Zeilen. Ist man sich mit dem Betreiber des Blogs derart uneins, daß man seine Kommentare nicht frei von störenden Gefühlsausbrüchen formulieren kann, dann ist es vielleicht für beide Seiten besser, wenn man sich nicht mehr liest. Auch das kann ein vernünftiges Übereinkommen sein. Manchmal stimmt es halt einfach nicht mit der Chemie.

Aufgrund der in den letzten Wochen zunehmenden Menge an Kommentaren und den damit fast zwangsläufig verbundenen negativen Ausreißern erachtet es die Zeitung für Schland als sinnvoll, allgemeine Kommentar-Richtlinien aufzustellen. Dieser Entschluss wird durch anfängliche eigene Unsicherheit in Bezug auf den Umgang mit entsprechenden Kommentaren bekräftigt. Denjenigen, die „Zensur“ schreien oder fälschlicherweise auf ein absurdes Verständnis von „Meinungsfreiheit“ rekurrieren, seien die beiden Alternativen zu eindeutigen und öffentlichen Kommentar-Richtlinien ins Gedächtnis gerufen: Für den Leser nicht nachzuvollziehendes und folglich mehr oder weniger willkürliches und spontanes Entscheiden des Blogbetreibers oder ein „anything goes“. Vor dem Hintergrund dieser beiden unerwünschten Alternativen sind die Kommentar-Richtlinien daher auch als Versuch zu werten, größtmögliche Transparenz zu wahren und gleichzeitig einen angemessen Rahmen für Diskussionen zu ermöglichen. Gleichwohl die Zeitung für Schland den Schritt der Aufstellung von Kommentar-Richtlinien nicht gerne geht, geht Sie ihn in der Überzeugung, dass er notwendig ist. – zeitung für schland

Man wird nicht als Blogger geboren, will sagen, viel von dem Handwerkzeug das zu einem guten Blog gehört, muß man sich im Lauf der Zeit aneignen. Erfahrungen muß man erst einmal machen, bevor man Verfahrenssicherheit entwickelt. Bei Zeitung für Schland finden sich einige klare Worte zur Abgrenzung notwendiger Moderation gegenüber willkürlicher Zensur.
Letztlich muß der Blogger selbst entscheiden womit er sich wohlfühlt und was er auf seinem Blog zulassen möchte. Mir hilft es, dabei zu wissen, daß sich viele Aufschreiber mit Kommentarregeln schwer tun. So ist es wohl, wenn man mit der Moral ringt.

Die 500 Worte sind auch schon lange verbraucht. Wir lesen uns im nächsten Teil,

dein

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2 Gedanken zu “Netcop #02 – Kommentarrichtlinien

  1. da hast du aber journalistisch recherchiert, netcop! ich als anfängerin/privatbloggerin freue mich bisher über jedweden kommentar :-)

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  2. Hallo Gesche, ich freue mich auch riesig, wenn ich einen Kommentar finde und er nicht auf eine Roulette-Seite oder ein Poker-Derivat verlinkt. Ist doch eine nette Bestätigung, daß es Menschen gibt, die die eigenen Wortschwalle lesen.

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