Werte Besucher,
mehrere Fliegen mit einer Klappe zu erwischen ist ein großer Spaß. Die Aufgabe des letzten Blogseminar soll nun aufgelöst werden. Bei der Arbeit zum angekündigten Artikel über Kommentare und ihre Wirkung in Blogs ist mir schnell klar geworden, daß dieses Thema ob seiner Größe wunderbar geeignet ist, in einer Artikelserie bearbeitet zu werden. Wie wunderbar.
Der Netcop wacht über die Regeln des zwischenmenschlichen Informationsverkehr im wilden Internet. Diese Serie bezieht sich auf die DE-Ausdehnung im Cyberspace, zieht aber alle erreichbaren Informationen dazu heran. Der Netcop ist ein selbsternannter Sittenwächter und im Allgemeinen sicher ebenso unbeliebt, wie Spammer, Trolle und Bauernfänger. – Aber einer muß es ja machen…
Die Wirkliche Macht liegt bei Administratoren, Moderatoren und Autoren – glauben zumindest diese fest.
Für die vorliegende kurze Reihe über die Kommentarfuktion in einem Webblog spielt Ethik eine bedeutendere Rolle, als die Technik. Newsgroups, Foren und Chatsystem sind Nahverwandte des Blogs, so dass man die Ergebnisse dortiger Moraldiskussionen mitberücksichtigen kann. In einem Blog ist die Situation weniger eine offene Diskussion unter gleichberechtigten Benutzern. Ein oder mehrere Autoren veröffentlichen ihre Ansichten und Fakten. Der Kommentar eines Besuchers hat da in etwa den Stellenwert eines Leserbrief. Das beginnt schon damit, daß der Blogger die Entscheidung zu treffen hat, ob ein Kommentar überhaupt veröffenlicht wird. Jeder Kommentar erreicht jedoch zumindest den Autor/Admin des Blogs und hinterlässt dort Spuren. Auch und gerade, wenn es nicht zu einer Veröffentlichung des Kommentar kommt.
Auch in anderen Blogs machen sich Autoren Gedanken über die tiefere Wirkung von Kommentaren. Von der tieferen und dabei unsichtbaren Wirkung der Kommentare – schreibt thinkabout aus der Schweiz. Ein inspirierender und lesenwerter Artikel.
Kommentiert man einen Artikel, setzt man sich Reaktionen aus. Dabei kann einen alles zu beschäftigen beginnen: Die ausbleibende Reaktion genau so wie die “falsche” oder besonders angriffige. Man konstatiert: Es ist erstaunlich, wie man verstanden wird oder eben nicht, und mit welchen Beweggründen wer sich wie zu einem Thema äussern mag. Plötzlich sind Sie Vehikel oder Projektion für die Ableitung eines persönlichen Frustes.
Das ist ermüdend, manchmal zermürbend, und als Moderator oft eine Knacknuss.
Der Blog und jede Diskussion darin ist weitaus öffentlicher als der Stammtisch am Wochenende und wesentlich nachtragender. Was man einmal abgeschickt hat, verstrickt sich zunehmend mehr im Netzwerk und ist noch nach Jahren zu finden. Ein Grund, warum man nicht oft genug nachdenken kann, bevor man sich irgendwo aufgeregt und emotional auslässt.
Die Zeit berichtet gerade über den Flächenbrand im Technoblog Engadget. Den Betreibern des Blogs sind die Kommentare über den Kopf gewachsen und so haben sie die Kommentarfunktion vorerst abgeschaltet. Man kann halt nur bis zu einem bestimmten Punkt miteinander diskutieren. Auf der anderen Seite sitzt ein Mensch, warnen viele Ausgaben diverser Netiquetten die Leser. Und Menschen reagieren auch nicht immer rational. Gerade mit engagierten Artikeln, kann man Gemüter erhitzen.
Die Serie ist eröffnet und die ersten 500 Worte sind nahezu verbraucht. In loser Folge mindestens einmal wöchentlich habe ich mir die Fortsetzung dieser Gedankenkette vorgenommen. Alle Hinweise und Anregungen sind herzlich willkommen und lassen sich den jeweiligen Folgen wunderbar als Kommentar anhängen.
Dein Netcop – Wächter der Satzzeichen
Na, da bin ich aber gespannt, wie du dich als Kopp machst. Was wird es geben? Klage und Schelte? Tipps und Anleitung? Oder gar Drohung und Strafe?
Neben der Netiquette gibt es auch den Netiquettenschwindel.
Hallo ixiter, der Netcop gehört ja nicht zu den beliebtesten Figuren im Netz. Ganz so schlimm will ich es nicht treiben. Mir ist halt aufgefallen, daß es ganz verschiedene Philosophien und Techniken im Umgang mit Kommentaren und Leserbeiträgen gibt. Ich kann nicht behaupten den Goldenen Weg gefunden zu haben, doch versuche ich die verschiedenen Informationen und Ansätze darzustellen. Am Ende gibt es dann noch ein paar Worte dazu, wie ich es hier halten will.