Von Naniten, Nanobotern und dem Stand der Technik
Technik und Phantasie auseinander zu halten fällt zunehmend schwerer, bei den täglichen Meldungen über das Neue, welches uns die Computertechnik und die Forschung bescheren. Doch schließlich haben wir ja das Internet, hier sind alle Informationen verborgen. In der Sience Fiction sind mir die mikrokopisch kleinen Roboter begegnet bei Stargate und Startrek. Die Naniten, wie sie dort heißen, können wahre Wunder vollbringen oder die totale Vernichtung vollführen, jenachdem wer da gerade rumprogrammiert hat. Ganz dunkel erinnere ich mich auch noch, daß wohl auch schon eine Menge Geld in echte Forschung auf diesem Gebiet kleinster Technik ausgegeben wurde. So beginne ich meine Suche nach Wissen über die Nanotechnik.
Bild der Wissenschaft veröffentlicht am 3. Februar 2000 einen Artikel mit dem Titel: Nanotechnik – die Revolution des 21. Jahrhundert.
Eine Gemeinschaft unterschiedlicher Forschungseinrichtungen der USA wird in den kommenden Jahren mehr denn je in einen Bereich investieren, aus dem die Technologie des 21. Jahrhunderts hervorgehen könnte – die Nanotechnologie. Die National Nanotechnology Initiative wird die öffentlichen Mittel ab 2001 um 84 Prozent auf einen Etat von 497 Millionen Dollar erhöhen, so gab Präsident Bill Clinton am 21. Januar in einer Rede vor dem California Institute of Technology bekannt.
Im Jahr 2000 hat sich die Nanotechnologie offensichtlich noch nicht verwirklicht, im Gegensatz zur Gentechnik, mit der sie gemeinsam hat, daß sie sich auf Gegenstände beziehen, die sich weit jenseits meiner Wahrnehmung befinden.
Das ist schon etwas viel Geld und Euphorie für etwas, daß es noch nicht gibt. Ein Nano-Meter ist ein Milliardstel Meter. Alles, was kleiner als 100 Nano-Meter ist, gehört in den Forschungsbereich der Nanotechnik. Der Artikel bei Telepolis rückt dabei die Forschung und die populistische Ausbeutung des Stoffes in eine Zeitlinie. Die Idee von der Nanotechnik geht auf K.Eric Drexler zurück, der 1986 die Vision einer Technik auf molekularer oder nanokristalliner Ebene in seinem Buch, „Engines of Creation: The Coming Era of Nanotechnology“, beschreibt. Bis 2002 hat es diese Idee schon zu einigem Ruhm gebracht und eine Menge Geld bewegt, mehr als ein paar Moleküle an der Grenze zur Quantenphysik zu verschieben ist praktisch noch nicht gelungen. Die Rastertunnelmikroskope bilden den molekularen Mikrokosmos unter extremen Laborbedingungen schön ab. Was alleine ein Blick in die Welt der Grundbausteine kosten mag?
Einen kritischen Blick auf die Entwicklung wirft man bei 3Sat Februar 2002, Was wurde bis jetzt aus den Visionen?
Noch immer kein Durchbruch, aber schon eine Menge Gründe sich zu fürchen. Die schlechten Erfahrungen mit einer Gentechnik, die unkontrolliert in unsere Welt einbricht, bietet auch die Nanotechnik genug Unbekanntes, um es sich ordentlich schwarz zu malen.
2007 berichtet der Focus von der bahnbrechenden Entdeckung in der Nanotechnologie aus England. Die Physiker Ulf Leonhardt und Thomas Philbin von der St. Andrews Universität, fanden einen Weg winzige Objekte schweben zu lassen. Ich hatte schon Erfolg, als ich kräftig über meinen Monitor blies. Danach schwebten eine große Zahl sehr kleiner Objekte durch den Raum. Das ist genau der Beitrag am Wissen, den ich von Focus erwartet hatte.
Am 5 Januar 2009 berichtet die FAZ über Nanotechnik. Anne Hardy erhellt die neuesten Fortschritte: Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Metallforschung in Stuttgart, der Universität Stuttgart und der Colorado School of Mines haben nun ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Mikromaschinen mit Hilfe von magnetischen Feldern aus einzelnen Komponenten aufbauen und in Bewegung setzen lassen.
Das klingt immer noch nicht nach dem wirklich großen Wurf. Die Nanotechnik ist noch davon entfernt den Menschen das Heil oder die Katastrophe zu bringen. Da dürfen die Autoren fantastischer Geschichten sich noch ungestraft austoben und uns von den spektakulären Möglichkeiten berichten. Im Supermarkt werden wir wohl auch in diesem Jahr noch vergeblich nach Nanotechnik für die Spielconsole Ausschau halten.