Berufsbild

heißt die Wurzel allen Übels, sagen die Einen; die Essenz des Lebens, ist sie für Andere. Sie ist Mittel zum Zweck. Wenn man Glück hat, macht sie Spaß und ist einträglich.

Der erste Schritt in die Arbeitswelt ist die Wahl eines Berufsbild. Nur wer weiß was er machen will, findet auch zu den Adressen, an die sich die Bewerbung richtet. In der Welt ist es nicht genug zu wissen, welche Arbeit die geeignete ist. Man muß dann auch noch qualifiziert sein und eine Chance bekommen.

Ein mit guten Aussichten ist nach wie vor der Astronaut, der astronomische Raum bietet noch die meisten Entwicklungschancen. Damit verrate ich ja keine Geheimnisse. Bemannte Raumfahrt und vielleicht Stationen auf den Planeten und Monden in der Nähe, für mich klingt das nach Wachstum.

Ja, das ist doch eine schöne Aufbruchstimmung. Für jeden ist doch irgendwo ein Platz und wenn es auch nur der ist, auf dem man gerade steht. Wer gerne an der frischen Luft unterwegs ist, mit großem Fernglas die Gegend durchblickt und Proben aus ihr sammelt, hat vielleicht das Zeug zum Landschaftsökologen.

Zu den wirklich fortschrittlichen Berufsbildern gehört aber auch der Verkehrsforscher. Die Informationsgesellschaft der Moderne ist in jedem Fall auch eine Bewegungsgesellschaft. Beförderung von Personen in und zwischen Metropolen. Wer es beim Verkehr nicht so mit der Wissenschaft hat, findet vielleicht einen handwerklichen Zugang. Als Mechaniker in der Luftfahrt, vielleicht. Es ist doch auf die Dauer weder fair noch unterhaltend, immer nur in Krisen zu denken. Aus den modernen Berufsbildern läßt sich auch der Wandel ersehen, den unsere Gesellschaft in den vergangenen 30 Jahren gemacht hat.

Die FH-Köln bietet das Studium der Informationswirtschaft zum Informationswirt. Das ist ein Beruf, der mich auch reizen könnte. Klingt für mich auch sehr zukunftsträchtig. Wir sind gerade dabei unser gesamtes Wissen als Menschheit in einer bisher nicht dagewesenen Dimension zusammen zu fassen und zu katalogisieren. Das Feld des Wissens brach liegen zu lassen sei uns ferne. Es wird zunehmend bedeutsamer dieses Feld sachdienlich zu bewirtschaften. Webworker, das Proletariat soll nicht fehlen bei der großen Innovation. E-Lernen lernen. Der Wikigärtner hat mir als Berufsbild auch Eindruck gemacht. Ein Unternehmen als Wiki erschließen und abbilden, zeitgleich die Beschäftigten mit der Technik vertraut machen und helfen, die neuen Methoden in die vorhandenen Prozesse einzuflechten. Wenn es gelingt, notwendiges und sinnvolles Wissen dem schnellen Zugriff zu erschließen, wird Bildung zu einem das ganze Leben begleitenden Prozeß. Wir müssen uns Bildung dann von dem alten Begriff der Schule lösen und den Bildungsweg neu erfinden.

Es gibt, für Nerds unvorstellbar, Menschen, die sich der digitalen Begeisterung nicht anschließen. Ich vermute, weil sie bereits Teil eines starken und auch mystischen Netzwerk sind. Hinter vorgehaltener Hand nenne ich sie Religion und Theologie. Für die Menschen ist jedoch auch Raum in der modernen Gesellschaft. Wie wäre es als Ordensfrau? Als sehr krisenfest, wenn auch nicht gerade ein Trendberuf, hat sich die Berufung zum Priester erwiesen. Bereits vor der Antike verband sich dieses Berufsbild mit unserer Gesellschaft.

Heute habe ich meinen Beruf noch nicht gefunden, doch bleibe ich an der Sache mal dran. Neues Jahr, neues Glück. Einen Beruf habe ich jedoch gefunden, da bin ich ganz sicher, daß er mir zu gefährlich ist.

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