Zeitgeschehen (001) – Hiobsbotschaften und Helmut Schmidt

Werte Zeitgenossen!

Das Zeitgeschehen bezieht sich auf aktuelle Ereignisse und gegenwärtiges Geschehen. So ist es ein gutes Wort mein aktuelles Vorhaben zu charakterisieren. Die Wirrnisse in meinem Denkapparat mit den Ereignissen meiner Gegenwart zu verknüpfen. Zum Einen werden die Gedanken in meinem Bewußtsein von den Prozessen meiner Wirklichkeit inspiriert und manipuliert, zum Anderen soll ja das Denken auch Wirklichkeit schaffen – dies kann ich nicht sicher ausschließen. Für meine Realität, die psychologische, ist es sicher wahr. So wie man mit einem vollen Bauch über andere Dinge nachdenken muß, als wenn der Magen vor Hunger knurrt.
Die Ereignisse des Tages – besser, aus dem globalen , füge ich durch Verweise in den Text ein. Also auf zum ersten Versuch.

Es ist Rezession und alle Deutschen kaufen ein. Die Deutschen setzen sich einfach über die hinweg, indem sie sie ignorieren. Der Einzelhandel weiß davon eine Hymne zu singen. Am vierten Adventswochenende hat er den bisher stärksten Kundenansturm in diesem Jahr erlebt. Das mag ein Weg sein, der nicht nur dem Konsumenten wohl tut. Das die Erwartungen des Handels nicht erfüllt wurden, naja, wen würde das wundern? Der Einzelhandel erwartet immer den totalen Ausverkauf als bestes Ergebnis – eine echte Utopie. Trotz Hiobsbotschaften, Nachrichten von einem wohlhabenden Mann mit Frau und 10 Kindern, läuft das Weihnachtsgeschäft für den Einzelhandel erheblich besser als befürchtet. Das sich das Spiel von Satan und Gott mit Hiob hier auf die Wirtschaft bezieht, also das hat das Abendblatt schon passend formuliert. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Obwohl Hiob in kurzer Folge Nachrichten über Krisen und Katastrophen erreichen läßt er sich in seinem guten Glauben nicht beirren.
Nahezu täglich belegen neue Zahlen und Prognosen den weltweiten Absturz der Autoindustrie. Eine weitere Quelle für Hiobsbotschaften. Fast schon inflationär, der Umgang mit diesen besonderen Botschaften. Nehmen wir das Wort ernst, dann sollten wir auch eine Nachricht von Gott darin vermuten und eine vom Teufel. Die beiden Seiten der Münze. Wenn nun die Autoindustrie abstürzt oder besser, wirtschaftlich zusammenbricht, dann trifft das den Arbeitsmarkt schwer. 100.000 Arbeitsplätze seien da in Gefahr, lese ich. Dann ist vielleicht die Zeit gekommen, über neue Möglichkeiten in der Personen- und Warenbeförderung nachzudenken. Eine echte Chance also, wie wir sie in jeder Krise erwarten dürfen.
Das auch Japan für eine Hiobsbotschaft gut ist, schreibt uns Reuters. Hiobsbotschaft von Toyota drückt auf die Stimmung im DAX. Das Management wird wohl keinen Bonus erhalten und Toyota schließt das Jahr zum ersten Mal mit einem operativen Verlust ab. Der Überschuss soll statt erwarteten 4,36 Milliarden nur noch knapp 40 Millionen Euro betragen. Das ist ein sehr deutlicher Verlust!
Für manchen mag das Fahrrad eine nutzbare Alternative sein – viele Chinesen schwören schon sehr lange darauf und bewegen ungeheure Lasten mit ihren Drahteseln. Das sollte man mal prüfen. Ein Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club bietet auf seiner Webseite viele Informationen rund um die Radfahrkultur. Das Fahrrad ist sicher nicht die Lösung für alle unsere Transportprobleme und genügend Arbeitsplätze werde da auch nicht auf die Schnelle entstehen, doch ist es ein sauberes Angebot für unser Klima und ein Teilschritt in die richtige Richtung. Im Netz finden sich eine Menge Reiseberichte, die belegen, wie weit man mit dem Rad kommen kann. – Wer noch ein Geschenk sucht, vielleicht ist es ja ein Fahrrad.
Ich habe mir noch ein Päckchen Tabak geleistet und bin im Kiosk mit einem Weihnachtsmann aus Schokolade beschenkt worden. Wieder ein schönes Ereignis, wo schon die Sonne uns in Köln gerade im Stich läßt, da tut ein Stück Schokolade richtig gut, danke.
Eine andere Sache ist die Rückbesinnung und bei Rauchen fällt mir ein besonderer Raucher ein. Helmut Schmidt wird morgen 90! Also, wir werden immer älter, trotz Rauch und seiner Gefährlichkeit. Machen wir uns also auf etwas gefasst. HR2 bietet dazu eine Radiosendung. Wer noch über diese alte Technik verfügt kann ja mal reinhören: „Der Tag“ auf dem Anti-Nostalgie-Trip. Zumindest war die Welt früher einfacher. Es gab die Bösen und die Guten. Kalter Krieg und AKW-Bewegung. Es war halt alles viel einfacher, bevor uns die Globalisierung zum Bewußtsein gekommen ist.
Helmut Schmidt, Michael Naumann (Spitzenkandidat bei der Bürgerschaftswahl 2008 in Hamburg) und Ulrich Wickert im Gespräch. Der Altbundeskanzler ist ein Genuß und vielleicht der sympathischste Kettenraucher der Nation. Eine und eine halbe Stunde sind die drei Herren im Gespräch, es geht um Angst und Krise, aber auch um Möglichkeiten, wie wir wieder zum Aufschwung zurückfinden. Eine wunderbare Weihnachtsunterhaltung vom Anfang des Jahres. Google hat es archiviert. Und, das möchte ich einfügen, keine Hiobsbotschaft. Vielleicht können wir ja von der Weisheit des Alters profitieren. Die Zukunft von Hamburg ist ja nicht ohne Bedeutung für die Zukunft Deutschlands. Mir hat das Gespräch gut gefallen und es regt zu eigenen Gedanken an, wie gemacht für die besinnliche Zeit des Advent – viel Vergnügen.

Verwandte Artikel

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>