Worte machen

Hallo Frühaufsteher, tach Schnarchnase!

Aus einem alten Gespenstercomik vom Bastei VerlagAm Anfang war das Wort…, schon die Bibel nimmt es da genau. Ohne Worte hätten wir ja nichts zu sagen. Ohne Worte und Begriffe dahinter, was unterscheidet uns da vom mikrobiologischen Urschleim?

Es ist Montag, früh am Morgen. Die Woche geht mal wieder los und ein großer Teil der Bevölkerung beginnt den Tag mit rechtschaffender Arbeit. Ich habe mir ein wenig Platz auf dem Schreibtisch frei geräumt, die Tasse mit dem heißen Kaffee fehlt noch. Ich will mir ja mein Leben mit dem Schreiben von Worten finanzieren. Also folge ich dem arbeitsamen Beispiel und schreibe einen ersten Text für das kopflastige Blog. Ohne Kaffee geht das nicht, das muß unbedingt in meinen Arbeitsvertrag, unter Sonderbedingungen: funktioniert nur mit regelmäßiger Kaffeeaufnahme.

Nicht erst seit der Bloggerei sind mir die Worte wichtig. Doch über solche Dinge wie Suchwortliste oder Schlagwort-Highscore denke ich in der Tat erst seit ein paar Monaten intensiver nach. 100 verschiede Wörter für Schnee, sagt man den Eskimos nach. Ob das so stimmt?

Nikotin und Koffein stehen bereit, es kann also losgehen mit diesem grauen Morgen. Ein solcher Tag muß es gewesen sein, der das Wort vom Morgengrauen inspiriert hat. Worte sind ja so wichtig. Wer schon einmal das Vergnügen von falschen Worten im falschen Moment hatte, weiß genau wovon ich spreche. Entweder hat man so viele, daß die Freunde sie schon nicht mehr hören wollen oder im wichtigen Augenblick fallen einem keine Worte ein, nicht einmal sinnvolle Silben. Das kann man dann einen Blackout nennen, Aussetzer gefällt mir auch gut. Für manche Begriffe leihen wir uns Worte aus anderen Sprachen, weil wir dort einen Begriff finden, der uns in der eigenen Sprache fehlt. Das ist nur ein Beispiel dafür, daß unsere Sprache unvollständig ist. Es gibt wohl auf der ganzen Welt keine Sprache, die das Leben ganz in Worte fassen kann.

Es gibt keine Worte für die Unverstandenheit. Blindheit oder Taubheit führen zum Verlust an Gemeinschaft. Mit einem Mal läßt sich die Bedeutung von Worten auf beängstigende Weise erfühlen. Worte sind wichtig für das Verständnis von der Welt und damit ich darüber mit anderen Menschen reden kann. Ohne Worte fehlt Dir was. Und das ist nicht wenig.

Mit Worten kann uns jedoch auch etwas fehlen. Wie fehlende Worte das Weltbild spiegeln, lese ich in einer Glosse bei Rette sich wer kann!. Das ich noch vor zehn etwas zum sprachlichen Verhältnis von Matriarchat und Patriarchat lese, hätte ich gestern auch noch nicht gedacht. Wo einen der Browser so hinweht?

Von den Mosuo (China) wird berichtet, dass dort der Begriff für “Diebstahl” nicht vorhanden ist. In seinen Reisebeschreibungen über die Eskimos erwähnt der bekannte Polarforscher Fridtjof Nansen, dass es keine Ausdrücke für Gewalttaten gibt, ein Wort für “Mord” etwa, existiert nicht.

Das die Worte nicht da sind, heißt aber noch lange nicht, daß es den Inhalt nicht gibt. Sprache ist auf alle Fälle ein Spiegel. Sie sagt etwas über den Sprecher, ebenso wie er etwas mit ihr ausdrückt. Diese Erkenntnis im Rücken bekomme ich dann doch wieder meinen Spaß mit den netten Suchwortlisten bei Ranking-Check. Auf 15 Wochen Suchwortauswertung kann ich im Moment blicken. Über die Aussagekraft für Statistiker und die Relevanz für die BRD, kann ich keine sicheren Aussagen machen. ‚URL vorschlagen‘ und ‚add site‘ stehen unter den ersten 12 der ersten Woche. Sind denn zum Jahreswechsel so viele neue Webseiten erschienen? Kann ich mir ja kaum vorstellen, daß es sich hier um Eingaben gewöhnlicher Suchmaschinisten handelt. Auch Golf macht da eine überaus gute Figur und dabei ist doch Winter. Ein Wintersport ist Golf doch sicher nicht. Für eine gründliche Überlegung werde ich dann aber doch auf eine Quelle warten, die mir relevanter erscheint.

„Die Liste zeigt die wichtigsten Keywords und Suchbegriffe der aktuellen Woche. Hier können Sie sehen, welches Keyword bzw. welcher Sucbegriff Benutzer von Suchmaschinen gerade interessiert. Alle Ergebnisse sind reale Suchanfragen.“ ,schreibt man beim Ranking-Check. Was sucht Deutschland im Netz? Mit dieser Frage im Sinn, sollten die häufigsten Suchworte den größten Mangel im Volk dokumentieren. Da Routenplanung ziemlich gut abscheidet, denke ich, es könnte eine allgemeine Orientierungslosigkeit herrschen. Jedoch kann das auch ein voreiliger Entscheid sein. ;-)

Verwandte Artikel

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>