LIDL – Discount wird angezählt

Lidl Logo VarianteGeschätzte Einkäufer, werte Taschenträger,

die Republik ist erschüttert! So hätte man sich den Wandel der Arbeitswelt am liebsten nicht ausgemalt. Einer der Gladiatoren des billigen Dosenfutters ist ins Straucheln geraten. Ist der Ruf erst ruiniert, überwacht es sich völlig ungeniert. Lidl gibt Bespitzelung zu.

Lidl wird aktuell mit Vorwürfen konfrontiert, durch den Einsatz von Detekteien Mitarbeiter überwacht zu haben. Dieser Vorwurf hat uns sehr betroffen gemacht.Informationen zu den Vorwürfen gegen LIDL. Es ist in der Tat der Eindruck entstanden, daß Lidl oder eine beauftragte Detektei Mitarbeiter und Kunden der Supermarktkette mit System ausspioniert hat.

Da geht aber einem der Arsch auf Grundeis. Die Geschäftsleitung von Lidl hat eine Information an die Kunden im Netz veröffentlicht. Eine Stellungnahme zu den Vorwürfen, die rund 48000 Mitarbeiter auszuspionieren. Jetzt wird auch im Supermarkt um die informationelle Selbstbestimmung gekämpft.

Einmal mehr lösten die Praktiken des Disounters Lidl einen öffentlichen Empörungssturm aus. Wie gewaltig es da stürmt, wird sich noch zeigen müssen. Wikipedia weist für Lidl bereits einige kritische Verhaltensweisen nach. Bei dem was dort zu lesen ist, fällt es schwer Lidl den fairen Umgang mit seinen Mitarbeitern abzunehmen. Das ein Inventurverlust durch Diebstahl in Höhe von 80 Millionen entsteht, wird leider nicht in das Verhältnis zu den Kosten für die , den Prestigeverlust, durch die damit einhergehenden Skandale der letzten Jahre, und den aktuellen Umsatzeinruch gesetzt. Ich hoffe doch sehr, daß die deutschen Verbaucher die Gelegenheit nutzen und ein Zeichen setzen.

Die Aufgabe der Detektei ist es Diebstähle zu verhindern. Dies läßt sich in einem leeren Verkaufsraum am sichersten verwirklichen. Wie weit eine Detektei die Grundrechte von Mitarbeitern und Kunden umgehen darf, war mir noch nicht so klar.

Das vom Stern fasst es in 4:33 Minuten zusammen, was man vom Umgang mit Mitarbeitern bei Lidl wissen muss. Dann klappt es auch mit der Aufregung. Es kann nicht angehen daß Grundrechte einfach vom Tisch gewischt werden. Da reicht weder die dürftige Entschuldigung der Geschäftsleitung noch die Drohung mit der Arbeitsplatzgefahr. Im Augenblick sehe ich da eher die Gefahr, daß man die Geschäftsleitung für die Schandtaten des Unternehmens in die Rechenschaft nimmt. Nicht jeder Arbeitsplatz ist es wert, daß man für ihn kämpft!

Den Big Brother Award hatte der Lebensmittelhändler ja bereits 2004 geschenkt bekommen, für nahezu sklavenhaften Umgang mit Mitarbeitern. Bei Lidl scheint nur der Gewinn von Bedeutung, mit Recht, Gesetz und Steuern hat man es dokomentiertermaßen nicht so dolle. Viele werden es vielleicht nicht gerne hören, daß der günstige Supermarkt um die Ecke sein Geld auf schmutzige Art und Weise verdient.

Für mich heißt es zuerst einmal Einkaufsstopp bei Lidl. Ist vielleicht auch gesünder, wenn man liest, was Greenpeace über Pestizide in Lebensmitteln (2005) (Hintergrund: Essen ohne Pestizide, 2007)herausgefunden hat. Auch da macht Lidl keine gute Figur, wen wundert es jetzt noch. Und wieder ein Zeichen dafür, wie dringend es kritische Konsumenten in diesem Europa braucht.

Greenpeace gegen Pestizide

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3 Gedanken zu “LIDL – Discount wird angezählt

  1. LIDL nennt so gerne „Fakten“. u.a. dass es „fair“ mit seinen Mitarbeitern umgeht.
    Wie darf man dann die Regelungen verstehen, wie sie bei LIDL in Tschechien üblich waren. Dort war den Mitarbeitern der Toilettengang während der Arbeitszeit verboten. Ausnahmen gabs nür für weibliche Kolleginnen währen ihrer Periode. Die mussten dann aber zur Erkennung ein bestimmtes Sirnband tragen.
    Das ist nur ein Beispiel, was LIDL unter dem fairen Umgang mit seinen Mitarbeitern versteht.
    Für LIDL ist der Fairness anscheinend schon damit Genüge getan, dass es seine Mitarbeiter vorher über die Regelungen informiert und sie nicht ins offene Messer rennen lässt.

    Ich frage mich bei sowas immer, was für eine arme Wurst das sein muss, die sich sowas ausdenkt? Wie unglücklich muss dieser Mensch sein, dass ihn solchen menschenunwürdigen Gedanken treiben? Wie fühlt der sich, wenn er morgens sein Bild im Spiegel sieht?

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  2. Lidl ist nicht das einzigste schwarze Schaf in der Branche. Plus soll wohl auch ganz mies sein. Hauptsache, der Umsatz stimmt.

    In unserer erfolgsorientierten Gesellschaft ist wohl kein Platz mehr für zwischenmenschliche Beziehungen. Statt den Mitarbeitern, die für einen ihre Arbeitskraft einsetzen, hinterher zu schauen, könnte ja man mal miteinander reden. Ist aber wohl zu teuer, denn Zeit ist ja Geld.

    Naja, ich weiß jetzt, wo ich nicht mehr einkaufen gehe…

    AntwortenAntworten
  3. Das schockiert aber immer wieder. Von Lidl hat man ja schon einiges gehört, doch das setzt dem Ganzen echt die Krone auf. Ich bin gerade über euren Blog gestolpert und habe den Beitrag gesehen. Das ist wirklich krass und das Schlimmste ist, ich habe in der Verwandtschaft gar wen, der bei Lidl arbeitet, aber scheinbar werden die so gedrückt, dass sie nicht mal privat was über die Umstände verlauten lassen, die dort herrschen. Denn eine Beschwerde habe ich noch nie gehört, es ist einfach krass und menschenunwürdig. Selbst wenn man Profit braucht, um zu überleben, kann man doch mit den Menschen umgehen, wie eben mit Menschen und nicht mit Tieren.

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