Kritische Verbraucher und pingelige Pfennigfuchser,
nicht das der Supermarkt euch schon vor die gewaltige Qual der Wahl stellt, jetzt sollt ihr auch noch kritisch, mündig und verantwortungsbewußt sein. Sparen ist nicht alles und Geiz ist nur auf dem Plakat geil. Dabei möchte ich einmal anmerken, daß die Auswahl insgesamt abgenommen hat und das Brötchen viel zu teuer sind.
Da es in der Gegenwart immer seltener zu wirklich neuen Produkten kommt, man munkelt die Erfinder seien gerade mit einem Selbstfindungskongress beschäftigt. Die Last mit der Jurisprudenz und den leidigen Patenten hat die Bedeutung der Idee ein wenig aus dem Rennen geworfen. Wer heute Nichts hat, hat auch von einem tollen Einfall nichts.
Tobe hat mich dann auf eine sehr bedeutsame Sammlung von Hinweisen hingewiesen, mit denen man sich der eigenen Konsumentenrolle einmal auf eine andere Weise nähern kann. Wer die Sache auf sein eigenes gutes Recht auf ein Produkt nach Wunsch in optimaler Qualität reduziert, wird sich auf die Dauer noch übel umsehen und feststellen, daß dieser Blick zu flach ist.
Was nur wenige wissen: Ein ganzer Berufsstand lebt davon, Verkaufstipps und -tricks zu entwickeln, mit denen den Leuten das Geld aus der Tasche gelockt werden soll. – Geheimreporter
Der Mangel an Neuem und Nützlichem hat die Wissenschaft vom Marketing zu einem der bedeutsamen Faktoren am Markt werden lassen. Die Verpackung, der Slogan und letzlich das Image bestimmen in großem Maß unsere Einkäufe. Wer unseren Kopf erobert, wird auch unseren Geldbeutel erleichtern.
Jetzt sind sicher nicht alle Verkäufer Halsabschneider, die raffiniert und mit ausgefeilter Technik an unserem Einkaufsverhalten manipulieren. Ich treffe eigentlich nur noch Regaleinräumer und Kassierer, beiderlei Geschlecht und meist sehr jung.
Die umfangreiche Sammlung an Tricks bei den Geheimreportern kann zur Schulung einer eigenen kritischen Konsumhaltung hilfreiche Lektüre sein. Darüber hinaus werden Konsumenten und Verbraucher wohl Organisationen gründen müssen, um eigene Interessen am Markt besser vertreten zu können. Anlog zu den Gewerkschaften, die früher, in der Welt der Arbeit, ein demokratisches Regulativ bildeten.
„Früher war alles besser, früher war alles aus Holz.“ (zitiert nach Ixiter)