Eiszeit in Köln

Werte Spaziergänger und Umgebungserkunder.

Es ist immer noch bitter kalt in der Nacht. Der Frost bringt eine seltene Seite der Domstadt zum Vorschein. Die schönen Anblicke der Eiszeit. Von Schnee habe ich im Dezember und im Januar nichts gesehen und der Februar lockt mich tags mit hellem Sonnenschein. Gut. Heute dann auch mal wieder nicht.

kopflast on iceIch hatte ja bereits geschrieben, daß ich mal wieder ein paar mitbringen wollte, wenn ich auf meinen Spaziergängen etwas entdecke. Nun, jetzt ist es soweit. Ich habe ein paar Stunden auf der Straße verbracht und mich für Dich auf’s Eis getraut. Nicht das Du jetzt ans Staunen kommst. :-)

Hier wird kein Risiko gescheut. Das Eis war im Dezember dick. Hier stehe ich auf dem Weiher im Blücher-Park, Köln.

Die Temperaturen liegen zwischen +10 am Tag und -6 in der Nacht, was ich so in der vergangenen Woche aufgeschnappt habe. Ich mache mich auf den Weg und trabe die eher langweilige Straße entlang, die sich Äußere Kanalstraße nennt. Das mag ihren Charakter gut wiederspiegeln. Eine Straße ohne besondere Vorkommnisse. Mein Ziel ist der Wildpark im Stadtwald – beides große Worte. Da schießt die Erwartung gerne über das Ziel hinaus. ;-)

Der Stadtwald gehört zum Kölner Grüngürtel und bietet herrlichen Raum für einen guten Gang. Bei dieser Kälte sind auch nicht viele Spaziergänger unterwegs, zumal das Wochenende noch fern liegt.

Foto kopflast

Zwei Blicke in den Stadtwald und auf zugefrorenes Wasser. Ein schönes Beispiel als Antwort auf die Frage: Wie sähe eine Welt ohne Computer aus? Hier müsste ich mich eher fragen, wie teile ich es Dir mit?
Einen ganzen Moment muß ich grübeln. Etwas stört mich. Ja. Es fehlt das Surren und Brummen von Insekten. Ich schaue mich intensiv um, doch kann ich niergendwo etwas krabbeln sehen oder hüpfen. Diese Jahreszeit hat etwas sehr Berühigendes.

Foto kopflast

Bei Google kann man sich den Stadwald als Karte ansehen, dann wird auch schnell deutlich von welcher Art Wald wir hier sprechen. Ein Stück der Naherholung für Menschen die in einer Stadt leben. Das tut gut, wenn man wieder einmal die halbe Nacht auf einen Monitor gestarrt hat. Nach wenigen, tiefen Atemzügen wird wieder klar, daß es auch noch eine Wirklichkeit Jenseits von Pixeln und Bytes gibt. ;-)

Ein zweiter Aspekt der Spaziergänge war ein Gedanke über den zivilen Ungehorsam. Die Bilder aus dem Blücherpark machen sicher sofort deutlich worauf ich mich beziehe.

betreten verboten

Auf dieser Seite ist das Betreten der Uferböschung verboten, auf der anderen Seite findet sich ein weiteres Verbot, kindgerechter aufbereitet. Ich habe mich nur gefragt, warum diese wichtigen Schilder just an den Stellen stehen, die am weitest weg sind von den Menschen, die sich dem Eis nähern. Ob da schon jemand geahnt hat, wie sich Bürger darum kümmern?

auch verboten

Die Schilder scheinen den wenigsten Eisnarren den Spaß zu verderben. Viele haben sich eigene Schlittschuhe mitgebracht. Eine freundliche Dame führte sogar Kreisel und Pirouetten auf dem Eis vor. Sehr schön anzusehen. Und auf diesen Spaß bei einem Spaziergang war ich auch nicht vorbereitet. Eine Überraschung. So macht das Leben wirklich Vergnügen.

Eisimpression

Noch zwei Eindrücke vom Eis im Blücherpark. Offensichtlich haben die Menschen sehr viel Amüsement bei ihrer Unartigkeit. Eine süße Freude liegt darin die Regeln zu brechen. Das könnte bereits eine Übertreibung sein. Die meisten werden die Schilder nicht einmal kennen.

Und noch ein Eisbild

Es ist kalt in , aber durchaus sehenswert. Der hat bereits einige mehr als goldene Tage beschert. Da möchte ich durchaus ermutigen einmal ein paar Stunden da Draussen zu sein. Das ist auch sehr wirksam gegen Depression und Verschnupftheit.

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