Blumen schreien nicht

Hiho, Blumenschneider und Gartenheger.

Heute ist der Tag der Floristen. Im Zeichen der Liebe rennen wieder Scharen von Männern in die Floristenfachgeschäfte, um mit geschnittenem Grün der Herzdame die Liebe zu beweisen, oder so. Ich habe das ja noch nie so richtig verstanden, was daran schön ist, einer Blume beim Welken zuzusehen. Ein bisschen nekrophil, oder?

Strauss beim Welken

Nun ist es aber garnicht der Valentinstag, der mich zum Schreiben angeregt hat – zumindest noch nicht, der Tag ist ja noch lang. Ich bin mal wieder völlig verwirrt über meine Mitmenschen. Ich finde Lagerhaltung von Hühner wirklich ganz übel, trotzdem esse ich sehr gerne ein Schnitzel oder Ragout vom Geflügeltier. Da kann man auch schon mal einen Gewissenbiss spüren. Manche Menschen kommen mit dem Leben besser zurecht, wenn sie auf Fleisch insgesamt verzichten. Vegetarier oder Veganer werden. Da habe ich mit der Toleranz keine Probleme, wenn es auch andersherum nicht immer so scheint.


Ein Blog, Marginalien zum Veganismus, regt mich dann immer zum Nachdenken und Schmunzeln an. Doch sehe ich inzwischen ein, daß ich die Sache nicht wirklich verstehe. Blumen zu essen, diese in gewaltigen Monokulturen anzubauen, aus Natur Kulturlandschaft zu machen, sich Obst ohne Kerne zu züchten und in der Moderne auch an den pflanzlichen Genen zu schrauben, das kann doch moralisch auch nicht besser sein. Wenn ich auf die ganze Natur das Menschenrecht anwende, dann sollte ich Fasten bis ich von reiner Energie Leben kann, oder? Pflanzen zu essen und mit ihnen den Raum zu schmücken, mit hingeschnetzelten Zweigen seine Gefühle auszudrücken… das funktioniert doch nur, weil die langstieligen Lebewesen nicht schreien und auch nicht davonlaufen.

Als Dummspruch der Woche wird im Marginalien-Blog vom Lebenstraum eines Meerschweinchens geschrieben. Das hat mich mal wieder zu einem echten Kopfschütteln inspiriert.
Übrigens, an die schlaue Person, die der Meinung ist, so ein Meerschweinchen würde sicher lieber in den Anden in Freiheit leben: in Südamerika gelten Meerschweinchen als Delikatesse und werden gefangen und bei lebendigem Leib geröstet. Ich denke nicht, dass das der Lebenstraum eines Tieres ist.“ – ist da zitiert und wird am Schluß mit:“Möglicherweise sollte mensch diese Tierquälerin in Einzelhaft nehmen, um sie vor Vergewaltigern und Mördern zu schützen..“, quittiert. Zwischen all diesen Extremen bleibt mir am Ende nur Verwirrung im Kopf zurück.

Vollends irritiert bin ich dann über den Beitrag, der mich auf die Seite für den veganen Hund geführt hat. Ist denn der Markknochen nicht der Lebenstraum eines jeden Hundes?
Ein Glück das die lieben Haustiere uns nicht sagen können, was sie von diesem ganzen Kram halten. Wäre ja schon interessant mal zu hören was ein Rottweiler oder ein Rosenbusch zum Thema beizusteuern hätten.

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