Sehr verehrte Volkslehrer und geschätzte Aufklärerinnen,
unsere Zeit sucht nach positiven Leitbildern, habe ich mal irgendwo gelesen. Rechenmeisters Adam Ries scheint mir da ein besonders strahlendes zu sein. 1492 wurde er in Oberfranken geboren und er ist 1559 gestorben.
Das er heute noch im Volk lebendig ist, kann man daran abschätzen, das „…das macht nach Adam Riese…“, auch heute noch im allgemeinen Gebrauch ist, wenn man das Ergebnis eigener Kopfrechnung ausspricht.
An der Liebfrauenschule Köln findet sich das Echo eines Matheprojekts im Internet. Die Schule präsentiert sich sehr angenehm im Internet, anscheinend versteht man sich dort auf HTML und CSS. Surfen in MathEuropa ist ein gelungener Überblick über die Mathematik in Europa. Da es sich um ein Schülerwettbewerb handelt, wollen wir mal über das Frame-Set hinwegsehen.
Luise & Sara haben 2001 einen schönen Aufsatz über Adam Ries geschrieben. Darum die ganze Vorrede. Diesen möchte ich Dir zur Lektüre anraten. Ein wichtiges Ziel von Adam Ries war es, dem Volk das Rechnen zu erklären und ihm das Werkzeug zu geben, die alltäglichen Rechnereien selber zu prüfen. Seine Initiative war von Erfolg gekrönt. Eine sehr gute Geschichte! Er ist in der Geschichte und im Alltag noch lebendig, da sieht man, daß sich Einsatz für soziale Entwicklung durchaus lohnen kann.
Im internationalen digitalen Netz habe ich auch eine angenehme Dokumentation zu Adam Ries und seiner Rechenbewegung gefunden. Der SWR(BR) hat diese ausgestrahlt, ich habe sie bei Stage6 gefunden. Adam Ries und das Rechnen – ein knapp 15minütiger Bericht über Leben und Werk des deutschen Rechenlehrers.
Informationen zur Reihe: Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik
Fächer: Physik / NWT
Klassenstufe: Sek. I/II, ab Klasse 5
Mediennummer VHS: 4286032(D)
Produktionsanstalt: SWR & Co.
Sendelänge: 15 Minuten
„Adam Ries und das Rechnen
Noch bis zu Beginn der Neuzeit um 1500 konnte ein Großteil der Bevölkerung nicht rechnen. Auf Märkten etwa, wo mit den verschiedensten Währungen bezahlt wurde, fehlte den meisten das Wissen, um den vom Händler genannten Preis nachzuprüfen. Der Mann, der dies ändern sollte, indem er die Kunst des Rechnens dem gemeinen Volk verständlich machte, war Adam Ries, besser bekannt unter dem Namen Adam Riese.
Der Abakus war auch in Deutschland bekannt und bildete die Grundlage für die von Ries benutzten Rechenbretter. Auf ihnen wurden so genannte Rechenpfennige verschoben, bis das Ergebnis einer Rechnung durch einfaches Abzählen der Pfennige auf den Linien abzulesen war. Ries wollte es allen Menschen ermöglichen, richtig zu rechnen. Keiner sollte mehr betrogen werden können, daher veröffentlichte er Bücher in für alle verständlicher deutscher Sprache, in denen er nach dem Prinzip „vom Einfachen zum Komplizierten“ pädagogisch geschickt erklärt, wie man ohne große Rechenkünste alltagsnahe Aufgaben löst.
Da zu dieser Zeit in Deutschland zum Rechnen noch das Lateinische System galt, in dem die Zahlen mit Buchstaben bezeichnet werden, führte er zudem das Dezimalsystem mit Ziffern ein; erst dadurch wurde es möglich, Rechengänge nachzuvollziehen. Der Film eignet sich auch für den Einsatz in Mathematik.“ – Quelle: http://www.wissen.swr.de/(..)sendung=6892
Wer jetzt so richtig neugierig geworden ist und glaubt noch mehr Informationen über Adam Ries haben zu müssen, der ist beim Adam-Ries-Bund sicher goldrichtig. Viele Informationen über die Person, die Bücher und Schriften, das Museum und die Gedenkstätte finden sich im dortigen Webangebot.
Inzwischen ist auch eine Menge Literatur über Leben und Werk entstanden. Auf der Seite des Adam-Ries-Bundes findet sich darüber eine ausführliche Tabelle mit Bezugsquellen.
Vielleicht ist das Volk doch nicht so blöd, wie man nach einer gemeinen Fernsehtalkschau denken mag.