Ja? Ist es denn schon wieder so weit?
Hallo an alle Christbaum*schmücker
& Geschenkpapierverschleifer,
die Tage ziehen ins Land. Das Jahr neigt sich seinem Ende entgegen. Die Tage werden kürzer und die Nächte kälter. Jahres-Endzeit-Stimmung. In dem Supermarkt an der Ecke sind die weihnachtlichen Süssigkeiten wieder eingezogen. An den Ecken und auf Paletten springt sie dem Kunden visuell ins Gesicht. Friss mich!
Da kann man jetzt von halten, was man will. Manche meiner RaumZeitgenossen schimpfen wie die Rohrspatzen. Wie der Kapitalismus und allen voran diese unzüchtige Kaufsucht unser wundervolles Weihnachten kaputt macht. Auweia.
Andere machen die allgemeine Säkularisierung für das ganze Dilemma verantwortlich. Mir fällt zunächst einmal ein, daß ich ein großer Fan der Marzipan-Kartoffel bin und mich schon den ganzen Sommer auf die süsse Kugel gefreut habe.
Das liegt es nun vor uns, das Fest der Feste. Aber was bedeutet es noch? Für manche Menschen sicher sehr viel – ich denke gerade an die Häuser im Lichterkettenornat. Das macht das Stadtbild gleich ein bisschen amerikanischer. Es schadet ja nicht, wenn man den Traditionen einmal ein bisschen auf den Zahn fühlt. Besinnung gehört ja zur Zeit der Besinnlichkeit dazu. Einmal Pause machen und mit Abstand über die Dinge nachdenken. Diese Aufforderung stand für mich immer im Vordergrund der adventlichen Überlieferung.
Als ich zum Schmuck dieses Beitrags, nach Bildern auf meiner Festplatte suchte, fand ich Aufnahmen, die ich 2006 auf dem Friedhof Melaten gemacht hatte. Die Figuren von Josef und Maria standen dort, einen Grabstein flankierend. Um deren Familienglück dreht es sich ja, beim Fest der Ankunft. Zumindest für den Katholen und den Protestanten. Erst jetzt, beim zweiten, intensiven Betrachten der Bilder fällt mir auf, daß es hier Josef ist, der den Heiland im Arm trägt. Das scheint mir doch sehr ungewöhnlich und bemerkenswert.
Familie, Licht, Liebe und das Leben – vielleicht läßt sich Weihnachten auf diese vier Schlagworte verdichten. Wir besinnen uns auf die Wertigkeit dieser Begriffe für unser Leben und feiern mit anderen das es möglich ist, gerettet zu werden. Eine einfache Möglichkeit, im Winter nicht verloren zu gehen.
Es mag sein, daß ein Teil der Aufregung um den frühen Einsatz des Weihnachtsverkaufs berechtigt ist – doch, wenn es keiner kaufen würde dann hätten die Supermärkte auch wenig Motivation, die Verkaufsflächen mit dem Kram voll zu stellen. Der Kunde gestaltet den Markt ja mit. Ob er will oder nicht.

Für mich ist Weihnachten jedes Jahr eine neue Herausforderung. Mal sehen was in diesem Jahr so alles passiert. Der geneigte Leser wird sich ja hier auf dem Laufenden halten können.