Urbane Zeichen – StreetArt

Geschätzte Street-Artisten, Augenwunderer und Alltagskünstler!

Das freut mich aber jetzt ganz besonders. Die Kunst im Strassenraum – nenne ich sie für mich – ist dann doch auffälliger, als ich gedacht habe. Und endlich hat sich auch die Kulturwissenschaft einmal damit befasst.

Urbane Zeichen im Kopflast Photopark

Jens Thomas hat für Telepolis ein Interview mit Kulturwissenschaftlerin Julia Reinecke geführt und beide rücken die Street-Art (Urbane Zeichen) in ein ansprechendes Licht.

In findet man die Urbanen Zeichen an fast jeder Ecke. An Laternen, Schildern, Ampeln und auf Stromkästen jeder Bauart – sogar die kaum mehr wahrgenommenen Notrufsäulen, werden so zu Kunstträgern. Die Artefakte sind durchaus politisch und gesellschaftskritisch und vor allem kommerzfreier Ausdruck einer lebendigen Kreativität.

Auf den kabalistischen Seiten finden sich einige Artikel zu den Urbanen Zeichen, mit Bildern und Verweisen ins Internet

Bis heute gibt es eine Fülle an Publikationen zum Thema Graffiti und Street-Art. Allerdings fehlen bislang wissenschaftliche Analysen gerade zu Street-Art. Selbst die in den letzten Jahren erschienenen Buchpublikationen im deutschsprachigen Raum setzten sich kaum analytisch mit den künstlerischen Eingriffen in den Stadtraum auseinander, vielmehr sind es Dokumentationen über die Szene selbst. Eine erste wissenschaftliche Arbeit für den deutschsprachigen Raum hat nun die Kulturwissenschaftlerin Julia Reinecke verfasst.

ballonflug.jpgDem Kölner OB Schramma und seiner Anti-Sprayer-Liga ist die Kleberkunst ein Dorn im Auge. Ganz andere Stimmen zur KASA-Aktion finden sich auf Bumbanet.de – Freiheit, Kunst und Meinungsäußerung stehen wohl immer schon in einer kontroversen Beziehung zum Bild von einer ‚ordentlichen‘, aufgeräumten Stadt.

Das Buch von Julia Reinecke ist sicher ein weiterer Schritt zu einem anderen Verständnis der Urbanen Zeichen. „Zunächst war ich überrascht, welche Formen Graffiti mittlerweile angenommen hat. Und ich war natürlich beeindruckt, wie Street-Art-Künstler die Straßen verschönern und wie sie die Werbung kommentieren. Viele dieser Künstler sind politisch. Sie publizieren ihre Meinung im öffentlichen Raum.

Zeichen der eigenen Existenz zu hinterlassen und sich künstlerisch mit der Umwelt in der Umwelt auseinanderzusetzen ist Teil menschlicher Entwicklung seit den ersten Höhlenzeichnungen, will ich meinen. Es freut mich das Frau Reinecke auch ein Auge für die Schönheit Urbaner Zeichen besitzt. Wollen wir denn ordentlicher Unifomität tatsächlich die Herrschaft über unseren urbanen Lebensraum überlassen?

Ich habe schon immer ein Problem damit eine nackte, graue Betonwand attraktiv zu finden. So manche Unterführung oder Lärmschutzwand wird durch Graffiti und Urbane Zeichen zu einer Kunstfläche, zu kommunikativem Erfahrungsraum. Menschlich, eben.

Im Interview auf Telepolis werden auch politische und ökonomische Bedingungen der thematisiert. Nicht alles, was klebt, ist allein künstlerischer Ausdruck oder Gesellschaftskritik, es geht auch um Netzwerk und die Steigerung der eigenen Bekanntheit. Aber kann man es im Kapitalismus einem Menschen übel nehmen, daß er auch bei allem sozialen Engagement irgendwie ans Geldverdienen denkt?

Ich halte die Urbanen Zeichen für einen essentiellen Beitrag zum kulturellen Überleben in der Großstadt und würde mich sehr freuen, wenn sie mehr Raum und Akzeptanz finden würden. Verbote werden die Kunst nicht aufhalten, das haben sie noch zu keiner Zeit vermocht und dies macht mir Hoffnung.

Julia Reineckes Buch „Street-Art“, eine Subkultur zwischen Kunst und Kommerz, steht auf jeden Fall ab heute auf meinem Wunschzettel.

Gruß kopflast

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4 Gedanken zu “Urbane Zeichen – StreetArt

  1. Pingback: » Blog Archiv » Eine Stunde im Kopf

  2. Also ich bin wirklich ein absluter Urban Fan. Bin immer wieder begeistert, was es für Kunst Objekte gibt. Mir fällt auch auf, dass die jungen Leute immer mehr gefördert werden, und so auch die Kriminalität in diesem Sektor abnimmt.

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  3. Pingback: Zeichen an der Ampel | Kopflast

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